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Ordination Dr. Peter Hintermüller

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Symptomatik des Klimakteriums

 
Hitzewallungen, Schlafstörungen
Äußere Geschlechtsorgane, Scheide
Harnverlust
Osteoporose
Herzkreislaufsystem
Stimme, Augen, Haut, Haare
Gewichtsprobleme

Abnahme der Hormonaktivität

 
 

Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Das Hauptsymptom "Hitzewallung" ist meist mit "Schweißausbrüchen" - vor allem in der Nacht - verbunden. Ein Gefühl von Hitze, das wie eine Welle durch den Körper geht, meist vom Kopf, vom Hals oder der Brust ausgehend. Die Frauen bevorzugen kalte Räume und neigen dazu die Fenster offen zu halten, was z.B. in einem Büro für Kolleginnen zur Belastung werden kann. Die Hitzegefühle selbst dauern meist nur einige Minuten, wobei Freude, Stress, Nikotin oder Alkohol die Häufigkeit der Hitzewallungen erhöhen. Die Ursache dieser Gefühle ist nicht restlos geklärt. Man nimmt an, dass durch den Entzug von Östrogenen die Nerven-Überträgerstoffe im Temperaturzentrum aus dem Gleichgewicht geraten.

Schlafstörungen

Ebenfalls durch den Östrogenentzug kommt es zu einer Verkürzung der 1. Schlafphase (REM), welche in besonderem Ausmaß für die Erholung des Gehirns notwendig ist. Dadurch werden in erster Linie Schlafstörungen verursacht. Aber natürlich auch die Hitzewallungen begünstigen eine Störung des Schlafzyklus, sodass letztendlich ein Schlafdefizit entsteht. Insgesamt resultieren daraus chronische Müdigkeit, Leistungsabfall aber auch Lustlosigkeit.

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Funktionsminderung und Alterung der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide
(Vulvo-Vaginalatrophie)

Eine sehr häufige Erkrankung der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide entwickelt sich oft erst viele Jahre nach der letzten Monatsblutung. Scheide, Harnröhre und Harnblase nicht nur anatomisch eng benachbart, sondern sie stammen auch beide aus der selben embryonalen Anlage, d.h. beide Organe entwickeln sich im Mutterleib aus demselben Gewebe und die Zellen der Scheide sprechen ebenso wie die der Blase und der Harnröhre auf weibliche Sexual-Hormone an. Fehlen einer Frau die normalerweise in den Eierstöcken gebildeten Östrogene, so reagieren die drei Organe mit Mangelsymptomen:zum Seitenanfang

Aufgrund einer Verschlechterung der Durchblutung und Verlangsamung der Zellerneuerung kommt es zu einem Schwund des Deckgewebes, also der Haut und insbesondere zu einer Verminderung der Gewebselastizität.

Aufzaehlung

Es handelt sich dabei um eine fortschreitende Abnahme des Fettgewebes unter der Haut, 
besonders des Schamhügels und der großen Schamlippen, wodurch das äußere Genital 
schrumpft.

Aufzaehlung

Die Schambehaarung lichtet sich, die Haare werden dünn und brüchig.

Aufzaehlung

Die kleinen Schamlippen und der Kitzler werden immer kleiner.

Aufzaehlung

Die Haut wird dünn, glänzend und verliert ihre Elastizität.
In einem langen und langsam verlaufenden Prozess wird dabei die Widerstandsfähigkeit
der Haut herabgesetzt wird.
 
Bei hochgradiger Ausprägung droht schließlich eine
   

Achtung!

Austrocknung der Geschlechtsorgane (Lichen sclerosus et atrophicus):
Es kommt zu einer zunehmenden Verhärtung der Haut mit einer Einengung des
Scheideneingangs und vollständigem Schwund der kleinen Schamlippen und des Kitzlers.

Die Folgen sind vielfältig:
Neben Ausfluss und zunehmenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind Trockenheit, starkes Brennen und flohstichartige Blutungen weitere Leitsymptome. Schreitet die Erkrankung wegen einer nicht erfolgten Behandlung fort, so nimmt die zunehmend quälend juckende immer dünner und glänzender werdende Haut eine gelblich-weißliche Verfärbung an. Dabei handelt es sich bereits um eine Vorstufe des Hautkrebses.

Lebt die betroffene Frau sexuell abstinent, verklebt die Scheide schließlich völlig. Die sexuelle Vereinigung wird zur Qual und nach dem Verkehr kommt es zu Blutungen.zum Seitenanfang

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Harnverlust

Harnröhre, Harnblase(n-Dreieck) und Scheide entstammen wie gesagt aus dem gleichen Gewebe. Eine Verminderung der Gewebselastizität führt im Bereich des Beckens der Frau zu einer Erschlaffung des Beckenbodens. Gleichzeitig kommt es aufgrund einer Minderdurchblutung des Gewebes zu einem Spannungsabfall der Verschlussmuskeln der Harnröhre und zu einer Störung der Nerven, welche die Harnverhaltung- und Entleerung steuern. Harnröhre- und Blase schrumpfen und altern lange vor der Zeit und erfüllen nur unzulänglich ihre Aufgaben. Die Blasenschleimhaut degeneriert, wird dünn und ist überempfindlich gegen jede Volumenbelastung.

Selbst ohne bakterielle Infektion treten bei Östrogenmangel die charakteristischen Beschwerden einer Entzündung auf: brennende Schmerzen besonders am Ende der Blasenentleerung, häufiger auch nächtlicher Harndrang, immer wiederkehrende Harnwegsinfekte und letztendlich auch eine Auswärtswendung der Harnröhrenschleimhaut, die zu starkem Brennen beim Harnlassen und zu Blutungen führen kann (Urethral-Syndrom). Ganz wichtig ist weiters, dass durch durch langanhaltenden Östrogenmangel eine Erschlaffung des Beckenbodens (BB) mit Lageveränderung insbesondere der Blase resultiert. Die Folge ist unwillkürlicher Harnverlust beim Husten, Lachen, Niesen oder Heben schwerer Lasten. Ein sehr häufiges aber leider meist verschwiegenes Problem älterer Frauen. Die örtliche Zufuhr von Sexualhormonen aber insbesondere eine BB-Gymnastik, eventuell auch eine neuartige Operationstechnik ("TVT") kann diese Beschwerden (Belastungsinkontinenz) meist lindern, wenn nicht gar beseitigen.

Der Ausdruck "Reizblase" wird ja häufig verwendet. Er umfasst, was den Schweregrad betrifft, eine Vielzahl von Beschwerden, von häufigem Harnlassen bis zu schweren Blasenkrämpfen. Die infolge Östrogenmangel degenerierte Blasenschleimhaut ist besonders infektionsanfällig. Oft handelt es sich um Schmierinfektionen vom After her, durch falsche oder mangelhafte Hygiene (daher immer waschen nach dem Stuhlgang).

Daher muss bei der Abklärung all dieser Beschwerden immer eine Infektion der harnableitenden Wege ausgeschlossen werden.zum Seitenanfang

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Die Osteoporose
(Knochen-Loch = POROS)

Osteoporose ist ein mit Knochenbrüchen einhergehender Verlust bzw. eine Verminderung der Knochenmasse, -struktur und -funktion. Es geht dabei nicht nur Knochenmasse verloren, sondern es kommt zusätzlich im Rahmen des Masseverlustes zu einer Änderung der Struktur und Architektur der verbleibenden Knochensubstanz (Gerüst).

Die Folgen der Osteoporose sind in erster Linie:

Aufzaehlung

Beschwerden: 
akute und chronische Schmerzen im Wirbelsäulenbereich mit Bewegungseinschränkung 

Aufzaehlung

Brüche: 
Wirbelbrüche, Unterarm- und Oberschenkelbruch nach harmloser Gewalteinwirkung 
(Bagatelltrauma). Ursache: Keil-, Fischwirbel oder Kompressionsbruch

Aufzaehlung

Abnahme der Körpergröße, Rundrücken, Rumpfverkürzung

Aufzaehlung

Schräge Hautfalten beiderseits der Wirbelsäule (Tannenbaum).

Aufzaehlung

Quere Hautfalten am Bauch, schlaffe Bauchvorwölbung.

Aufzaehlung

Kopfvorneigung mit scheinbarer Überlänge der Arme.

Das Herz-Kreislaufsystem

Eine bestimmte Fraktion des Fetteiweißes (HDL) besitzt die Fähigkeit Cholesterin und andere Fette aufzunehmen. Östrogene erhöhen nun deutlich die schützende Wirkung dieser Eiweißkörper, sodass damit der Gefäßverkalkung entscheidend entgegengewirkt wird. Nicht umsonst ist die Häufigkeit von Herzinfarkten bei Männern um vieles höher als bei Frauen. Andererseits gleicht sich die Erkrankungszahl von Infarkten bei Frauen einige Zeit nach dem Wechsel (um 65 Jahre) der der Männer an.
Als zusätzlich notwendige Gelbkörperhormongabe sollte allerdings bei zu hohem Cholesterin oder Übergewicht ein reines Progesteron - am besten in Zäpfchenform - gegeben werden.

Bluthochdruck

Oft kommt es im Wechsel plötzlich - nicht nur aufgrund des einsetzenden Hormonmangels - zu einem Anstieg des Blutdrucks. Das reine Gelbkörperhormon hat aufgrund seiner entwässernden Wirkung einen Blutdruck-senkenden Effekt. 

Stimme

Durch ein relatives Überangebot männlicher Sexualhormone aus der Nebennierenrinde (NNR) und dem Eierstock kommt es bei manchen Frauen zu einer Abnahme der oberen Stimmregister sowie zu einer Veränderung der Klangfarbe mit Tieferwerden der Stimme (Größenzunahme des Kehlkopfes, Elastizitätsverlust der Stimmbänder) - Sängerinnen (Stimmbandödem!)

Augen

So unglaublich es klingt, aber ein Mangel an weiblichen Sexualhormonen führt auch zu einer verminderten Produktion von Tränenflüssigkeit mit folgender Austrocknung und Entzündung der Augenbindehaut, damit auch zu einer Verschlechterung der Sehschärfe. Örtlich zugeführtes Östrogen in Salbenform, kann auch hier nach Ausschluss anderer Erkrankungen helfen.zum Seitenanfang

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Haut

Die Haut signalisiert dem Menschen selbst, natürlich auch dem Mitmenschen, die beginnende Alterung. Sowohl die Abnahme der elastischen Fasern wie auch die des Hautgerüst-Eiweißes (Kollagen) sind im wesentlichen dafür verantwortlich.

Außerdem nimmt die Dicke der Haut durch Verminderung der Regenerationsfähigkeit der Deckzellen ab. Die Folge einer Minderdurchblutung der Haut im Alter ist auch ein Abnahme der Schweißproduktion, damit eine mangelhafte Durchfeuchtung der Haut (Quellung, Schutzmantel), gleichzeitig nimmt auch das Unterhautfettgewebe ab. Insgesamt führt dies zu Faltenbildung und Nachlassen der Hautspannung. Oft kommt es auch zu einer gutartigen Vermehrung der Haut-Pigmentzellen und damit zu den sog. Altersflecken. andererseits manchmal auch durch eine Abnahme der Aktivität dieser Zellen zu weißen Flecken (Vitiligo). Bekannt ist schon lange, dass Östrogene zu einer vermehrten Wassereinlagerung führt, damit kommt es zu einer Glättung der Haut. Hohe Dosen von Östrogenen können aber auch zu einer Abnahme der Dicke der Haut führen, also Vorsicht.

Verstärkter Haarwuchs und Haarausfall

Wie bereits erwähnt kommt es nach dem Wechsel aufgrund einer Restaktivität der Eierstöcke oft zu einem relativem Überschuss männlicher Sexualhormone. Die Folge davon ist, neben der bereits besprochenen möglichen Vertiefung der Stimme, zunehmender Haarwuchs an Oberlippe, Unterkiefer, Hals, Brustkorb und in der Mittellinie des Bauches. Andererseits kommt es aus dem selben Grund nach dem Wechsel zu einer deutlichen Abnahme der Schamhaare und Haare in der Achselhöhle. Hier kann auch - neben vielen anderen Möglichkeiten - ein örtlich wirksames Östrogen-Haarwasser nützlich sein.

Warum haben gerade Frauen im Alter Gewichtsprobleme und Männer nicht?

Die Hälfte aller Frauen, die in den Wechseljahren an einem Östrogenmangel leiden, nehmen im Durchschnitt etwa 5 Kilogramm zu. Bei einem Viertel beträgt die Gewichtszunahme fast 10 Kilo. Wenn man die fehlenden Hormone sachkundig - meist in sehr niedriger Dosierung - ergänzt, so bewirkt dies eine Stabilisierung des Gewichtes. Aber Vorsicht: auch ein Zuviel an Hormonen kann die Lage verändern, da es zu einer vermehrten Wassereinlagerung ins Gewebe kommt. Aus diesem Grund ist es sehr sinnvoll, bei Frauen die im Wechsel zur Gewichtszunahme neigen, gelegentlich den Östrogen und Schilddrüsenhormonspiegel zu bestimmen.
Dem natürlichen Gelbkörperhormon kommt ein leicht harntreibender Effekt zu, womit das Gewicht besser stabilisiert werden kann.
Warum allerdings die Frauen im Wechsel wesentlich größere Schwierigkeiten haben als Männer im selben Alter ihr ideales Körpergewicht zu halten, ist Inhalt vieler Forschungen, muss also noch geklärt werden.

Unser TIPP:

Wie viele Kilokalorien verbrauchen Sie? Wie hoch ist Ihr Grundumsatz?
Berechnen Sie Ihren täglichen Energiebedarf 
 
 
Letzte Aktualisierung/Revision: 05.02.2009
 
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